YouTube Videos – behind the scenes bei Fooddiaries

Auf meinem YouTube Kanal „Franzellii“ gibt es mittlerweile knapp 50 Videos zu ganz unterschiedlichen Themen. Neben Urlaubsvideos mit traumhaften Bildern und Eindrücken, gibt es auch Videos zu meiner Abnahme, der Bauchdeckenstraffung,Experimente aus meiner Küche mit Rezepten und Kochvideos und eine ganze Playlist voll mit Essens-Videos, bei denen ich euch meinen Einkauf zeige, Ideen für Gerichte gebe oder mehrere Tage lang mein gesamtes Essen filme. Das „FoodTuben“ macht mir besonders viel Spaß, auch wenn es unglaublich aufwendig ist. Was für Arbeit, Zeit und Aufwand hinter solchen Videos steckt, möchte ich euch in diesem Beitrag zeigen.

Am liebsten filme ich mehrtägige Fooddiaries, das heißt Essentagebücher, die meine Ernährung von morgens bis abends zeigen.

Wie läuft so ein Video ab? Was muss man vorab alles planen? Wie viel Zeit braucht man für die Erstellung eines Videos und was genau heißt es eigentlich mehrere Tage sein Essen zu filmen? 


Aufgaben vor dem Video

Bevor man überhaupt anfängt Material für das Video zu filmen, muss man natürlich erst andere Dinge erledigen, um richtig loslegen zu können.

  • Gedanken machen und den Videoinhalt planen

Für mich ist es immer wichtig, dass ich möglichst viel unterschiedliches Essen zeige und während der 3-5 Tage nicht jeden Tag das Selbe esse. Dafür muss ich mir natürlich vorab Gedanken machen, was ich eigentlich zeigen möchte und wie ich mein Fooddiary gestalten will. Für mich ist das mit die schwerste Aufgabe, denn normalerweise plane ich mein Essen nicht. Ich gehe mehrmals pro Woche einkaufen und besorge immer das, auf was ich gerade Appetit habe. Niemals aber für eine ganze Woche. Beim Filmen für ein Fooddiary ist das anders, denn es erspart mir Zeit, wenn ich für die ganze Woche einkaufen und mir vorab einen groben Plan schreibe, was es wann zu essen geben wird.

  • Einkaufsliste schreiben

Nachdem der grobe Plan also steht, schreibe ich einen Einkaufszettel und hoffe, dass ich nichts vergesse zu notieren.

  • alle nötigen Zutaten einkaufen und besorgen 

Los geht`s, ab zum Supermarkt und alle Zutaten für mehrere Gerichte und Tage werden eingekauft.

  • Technik vorbereiten 

Bevor ich mit dem Filmen beginnen kann, muss ich den Akku meiner Kamera laden, die Speicherkarte leer machen und diverse Vorbereitungen treffen, damit es mit den Aufnahmen immer reibungslos klappt.

Ich verwende übrigens diese Kamera für meine Videos:


Umsetzung und Filmen des Videos 

Nachdem alle wichtigen Vorbereitungen getroffen habe und alle wichtigen Dinge erledigt sind, kann es los gehen!

  • 3 Mahlzeiten pro Tag zubereiten, frisch kochen und die Küche sauber halten 

Während des Fooddiaries stehe ich super oft in der Küche. Einfach, weil ich möglichst viel Abwechslung zeigen möchte und deshalb täglich mehrmals neu und frisch koche. Daneben ist es mir wichtig, dass das Schlachtfeld in der Küche jedes Mal beseitigt wird. Das heißt also: 3 mal pro Tag ab in die Küche und 3 mal pro Tag Ordnung machen.

  • die fertigen Gerichte anrichten und dekorieren 

Ist das Essen dann fertig gekocht, richte ich es meistens ordentlich an, denn die Augen essen bekanntlich mit! Das mache ich übrigens nicht nur für meine Videos, sondern generell.

  • aus mehreren Perspektiven filmen 

Ist die Dekoration abgeschlossen, muss das Essen gefilmt werden. Das mache ich nicht nur 10-20 Sekunden, wie ich es ungefähr für mein Video brauche. Sondern filme aus mehreren Perspektiven für mindestens 60-90 Sekunden, um mir später bei der Bearbeitung die schönste Perspektive aussuchen zu können. Meistens mache ich dann auch noch Fotos für Instagram, dafür aber auch ca. 20 verschiedene, um mich später nach ewigen Hin und Her für ein Bild zu entscheiden.

  • das Essen kalt essen

Blöder Nebeneffekt: Das Essen wird kalt! Mittlerweile habe ich mich daran schon gewöhnt.. Manchmal mache ich es danach nochmal warm oder esse es eben lauwarm bis kalt.

Die Prozedur wiederholt sich jetzt für mehrere Tage, um ein möglichst mehrtägiges Fooddiary zu gestalten.


Das Video für YouTube bearbeiten 

Das gesamte Material ist nun also „im Kasten“ und kann bearbeitet werden. Wie genau ich da vorgehe, lest ihr jetzt.

  • das gesamte Videomaterial auf dem PC importieren und sichten 

Meine Speicherkarte steckt nun also im PC und importiert alle Aufnahmen in mein Schneideprogramm. Ich verwende das vorinstallierte iMovie von Apple und komme damit bisher noch ganz gut zurecht. Im Schneideprogramm lege ich ein neues Projekt an, importiere alle Videoaufnahmen dort hin und sichte zunächst die Aufnahmen, um zu sehen, was ich eigentlich alles gefilmt habe und wie ich das Material am besten zusammen schneiden kann. Dabei mache ich mir die ersten Notizen und erstelle mir einen groben Plan für das Video.

  • das Material kürzen, zusammen schneiden und bearbeiten 

Das Videomaterial muss ich dann natürlich deutlich kürzen, da ich das Essen ja immer aus mehreren Perspektiven und für längere Zeit filme. Ein 45 minütiges Fooddiary möchte sich wahrscheinlich niemand anschauen. Also kürze ich auf gute 5-8 Minuten, schneide alle Sequenzen zusammen, füge Übergänge und eventuelle Notizen hinzu und mache den groben Schnitt des Videos fertig. Hierbei muss ich auch die folgende Tonspur schon beachten und mir überlegen, was ich zu den jeweiligen Aufnahmen ungefähr sagen möchte, um die Zeit und die Länge der jeweiligen Sequenz perfekt zu schneiden.

  • eine möglichst fehlerfreie Tonspur einsprechen 

Der wohl nervigste und anstrengendste Part für mich ist immer die Tonspur, die ich möglichst fehlerfrei einsprechen möchte, dabei aber meistens einen Kollaps und einen trockenen Mund bekomme und gefühlte 1000 mal von vorne anfange. Gar nicht so einfach! Ich teile meistens die Tonspur nach den einzelnen Tagen auf, spreche also nie das ganze Video in einem Stück ein. Dafür bräuchte ich wahrscheinlich einen ganzen Tag, um mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Dennoch ist die Tonspur für mich immer der anstrengendste Teil und bedarf mit die meiste Zeit der Bearbeitung des Videos.

  • Musik auswählen und hinzufügen 

Ist die Tonspur geschafft, wähle ich Musik aus. Auf YouTube kann man nicht alles an Musik verwenden, sondern muss auf GEMA freie Titel zurück greifen. Dafür bin ich bei EpidemicSound angemeldet und zahle monatlich einen Beitrag, um mir Musik aus über 30.000 Titeln für meine Videos auszusuchen. Wer die Wahl hat, hat die Qual! Auch nicht gerade stressfrei sich aus so vielen möglichen Titeln etwas passendes auszuwählen. In der Regel suche ich aber meist das gleiche Genre oder Musikstil aus, sodass die Auswahl doch nicht mehr ganz so riesig ist. Die Musik muss dann ins Schnittprogramm heruntergeladen werden. Anschließend lege ich den Titel unter die gesprochene Tonspur, passe die Lautstärke an und muss Übergänge kaschieren, denn die meisten Lieder sind nur 2-3 Minuten lang, ich brauche die Titel aber für mehr als 5 Minuten.

  • Logo und Endcard hinzufügen 

Sind Tonspur, Musik, Übergänge und eventuelle Notizen im Video fertig, füge ich mein Logo und die Endcard hinzu. Das darf ich nie vergessen, denn ich möchte meine Videos alle einheitlich haben und achte deshalb immer genauestes darauf, dass mein Logo und die Endcard nie in einem Video fehlen.

  • Überprüfen und letzter Feinschliff 

Wenn ich dann denke, dass soweit alles fertig ist, wird das Video natürlich nochmal Probe geschaut und dabei Notizen gemacht, was eventuell noch geändert werden muss oder ob alles soweit passt. Eventuell bearbeite ich nochmal den Kontrast oder die Sättigung einzelner Videoabschnitte nach oder füge einen anderen Übergang hinzu. Im Großen und Ganzen ist das der letzte Feinschliff, bevor es dann weiter zu YouTube geht.

  • Upload zu YouTube, Bearbeitung der Infobox und aller Einstellungen, Thumbnail

Ist das Video komplett fertig, speichere ich die Videodatei ab und lade sie auf YouTube hoch. Während des Prozesses bearbeite ich die Infobox mit allen wichtigen Informationen zum Video, denke mir einen Titel aus und treffe wichtige Entscheidungen zur Monetarisierung und anderen Dingen auf YouTube. Vorerst lade ich das Video als „privat“ hoch, um sicher zu gehen, dass ich bis zum fertigen Upload alle Einstellungen und Texte in der Infobox fertig und richtig habe. Auch ein Anzeigebild (Thumbnail) muss ich während der Uploadzeit anfertigen und bereitstellen, damit das Video ansprechend angezeigt wird und nicht nur ein Standardbild als Startbild bekommt.

  • Veröffentlichung auf YouTube

Sind alle Einstellungen fertig und ein Thumbnail erstellt, veröffentliche ich das Video auf YouTube. Meistens warte ich nicht eine bestimmte Zeit ab oder plane das Video für den nächsten Tag, sondern veröffentliche es direkt.


Nach Veröffentlichung des Videos 

Nach der Veröffentlichung des Videos habe ich natürlich auch noch andere Aufgaben zu erledigen. Meistens schaue ich mir das Video dann auch nochmal auf YouTube an, verändern lässt sich dann aber nichts mehr 😉

  • auf den anderen Plattformen darauf hinweisen (Instagram, Facebook, Snapchat)

Auf meinen anderen Kanälen weise ich natürlich auf mein neues Video hin. Zu aller erst immer auf Snapchat, anschließend auf Instagram – aktuell auf Instastories und zu guter letzt auf Facebook. Hierfür muss ich mir einen kurzen Text überlegen, den Videolink kopieren und ein passendes Bild aussuchen. Für die „Nacharbeit“ und das Publizieren des Videos geht auch nochmal ordentlich viel Zeit drauf, was aber dennoch super wichtig ist und alle Leute auf den unterschiedlichen Kanälen zu erreichen.

  • Statistiken beobachten und auf Kommentare antworten 

Ist das Video nun überall auf meinen Kanälen verbreitet, schau ich mir die Statistiken an. Das heißt: Aufrufe, Gefällt mir Angaben und Kommentare. Die Kommentare beantworte ich möglichst zeitnah und versuche immer, auf alle Fragen eine passende Antwort zu haben. Das mache ich natürlich nicht nur am Veröffentlichungstag, sondern immer!


Wie ihr seht steckt in einem 5-minütigem Video unglaublich viel Zeit und jede Menge Aufwand. Insgesamt habe ich für mein aktuelles Fooddiary alle aufgeführte Schritte eingehalten und dafür einige Stunden investiert. Knapp 8 Stunden Zeit habe ich für die Bearbeitung und die Nachbearbeitung des Videos gebraucht. Falls ihr noch Fragen zum Ablauf habt, dann immer her damit!

Hier das Ergebnis:


Meine Arbeit wurde beim FoodBlog Award 2016 mit dem 2. Platz in der Kategorie „Bester FoodTuber im deutschsprachigen Raum“ ausgezeichnet, was mich natürlich unglaublich gefreut hat!